Konzentrierte Virtuosen und ein gespannt lauschendes Publikum waren beim diesjährigen Kammermusikabend des Carl-Spitzweg-Gymnasiums zu beobachten. Zahlreiche Solistinnen und Solisten sowie unterschiedliche Ensembles präsentierten mit Spaß an der Musik ihr Können am Flügel, auf der Geige sowie dem Cello, am Saxophon, der Oboe, der Klarinette und am Schlagzeug. Es waren nicht nur die Klassiker der sogenannten „E-Musik“, wie Claude Debussy (Irmela von Keyserlinck mit „The little negro“) Ludwig van Beethoven (beachtlich: Anna Häser mit dem „Adagio“ aus der „Mondscheinsonate“) und Frédéric Chopin vertreten, mit dessen „Lento“ aus dem „Valse in As-Dur“ (op. 69 Nr.1) Keziah Seitz den Abend ruhig und getragen eröffnete, oder Antonio Vivaldi mit dem von Keziahs Schwester Jemina (vgl. Abbildung) konzentriert und ausdrucksvoll auf der Geige vorgetragenen „Frühling“ (Begleitung: Mutter Miram Seitz); auch viele modernere Stücke der sogenannten „U-Musik“ zugerechnet, wurden mit offensichtlichem Vergnügen vorwiegend am Flügel, zu zwei oder vier Händen, schwungvoll (Francesco Balasso mit „Jazz Parnass“; Sarah Hick mit „Chocolate Car-Park“), mit ausgeprägtem Rhythmusgefühl (Teresa Balasso mit „One Note Samba“ von Antonio Carlos Jobim) und dennoch großer Ernsthaftigkeit (Laura Jasmine mit Anne Terzibaschitschs „Kleinem Indianer“, Moritz Schwackhöfer mit „Skyfall“, David Simm mit Alan Walkers „Faded“) interpretiert. Das Leben hochleben mit einem Stück der Pop-Rock-Band „Coldplay“ ließ das Saxofonensemble der 7c (Jonas Schorr, Julius Frick, Hannah Antreich, Tobias Lindbüchl). Das Saxofonduo der musischen Klasse 7a (Laura Nave und Clara Quadflieg) hatte sich für Duke Ellingtons und Irving Mills‘ „It don’t mean a thing“ entschieden, während ihre Klassenkameradinnen und -kameraden das Publikum mit Herbie Hancocks „Watermelon Man“ in einem gemischten Ensemble zum Mitswingen und Mitwippen brachte, was natürlich auch der Rhythmusgruppe um Sabrina Sperling (am Vibrafon) mit „Stridy the cat“ (Denis Silke) gelang. Für Beruhigung sorgten weitere Ensembles: Sophie Ohlen gab zusammen mit Musiklehrer Ludwig Hartmann eine kleine „Gigue für zwei Oboen“ zum Besten, Mayumi Marian auf der Violine ein „Adagio“ von Friedrich Seitz (Konzert G-Dur op.13). Sie wurde am Klavier von Frau Schumann (als Gast) begleitet, die auch viele andere der Musiker am Flügel unterstützte, so Katharina Gesierich auf der Viola („Spanischer Tanz“ von Benoni Lagye) und Veronika Dodell, die einen „Tango Bleu“ (Marc Provance/Andre Trichot) sorgfältig auf ihrer Geige intonierte und einfühlsam interpretierte. Die Fünftklässlerin Katharina Gesierich ist aber nicht nur auf der Viola und im lateinamerikanisch-spanischen musikalischen Spektrum zu Hause; dass sie auch ungarische Rhythmen auf dem Klavier aus dem „FF“ beherrscht, konnte sie in einem schön aufeinander  abgestimmten Klaviertrio („Ungarischer Marsch“ von Karoly Thern) zusammen mit ihren Schwestern Magdalena (Violine) und Maria (als Gast am Violincello) zeigen. Das „Allegro molto“ aus dem „Ungarischen Tanz“ in g-Moll von Johannes Brahms hatte Johanna Germeier (Q 11) einstudiert; sie brachte ihn temperamentvoll konzertant zur Aufführung, einfühlsam und professionell begleitet von Frau Elisabeth Hopkins (als Gast). Sehr routiniert, technisch sicher und harmonierend bis in die Sechzehntelfiguren und Triller interpretierten Paula Bödewadt und Elena Lehner aus der musischen 10a das „Allegro“ aus der „Sonate Nr. 1 in G-Dur für zwei Violinen“ von Jean-Marie Leclair. Für einen weiteren Höhepunkt des Abends sorgte Lina Brückner, die sich mit ihrem Violoncello an „Prelude“ und „Courante“ aus der „Suite für Violoncello solo in C-Dur“ von Johann Sebastian Bach wagte; besonders die Wiedergabe der „Courante“ gelang mit tänzerischer Leichtigkeit, gegen Ende eines schönen und abwechlsungsreich gestalteten musikalischen Abends. Das Publikum bedachte die jungen Künstler mit begeistertem Applaus.