Ein Mosaik aus Klangfarben beim Kammermusikabend des CSG

Trotz des nasskalten Winterwetters war der Musiksaal anlässlich des alljährlichen Kammermusikabends des Carl-Spitzweg-Gymnasiums gut besetzt. Es gab diesmal ja nicht nur etwas zu hören, sondern auch die Arbeiten des P-Seminars Kunst in der kleinen Aula zu den Themen „Körper“, „Objekt“, „Architektur“ und „Kommunikation“ in der Pause des Konzerts zu bewundern, dessen Programm so „bunt“ war, wie die unterschiedlichen Musikertypen, die ihre künstlerischen Fähigkeiten an diversen Instrumenten zum Besten gaben.- Francesco Balasso (8a) eröffnete den Abend am Klavier mit einem etwas schwermütigen Stück von Sergei Rachmaninoff (Polichinelle op.3/4). Gleich darauf interpretierte Jemima Seitz (6a) Charles Gounods Gedanken über das C-Dur- Präludium aus dem Wohltemperierten Klavier von Johann Sebastian Bach (Ave Maria) feinsinnig auf der Violine, was gegen Ende des Konzerts Lina Brückner (Q11) noch einmal in einer warmen seidigen Klangfarbe auf dem Violoncello unternahm. – Nach dem träumerischen Beginn folgten mehrere von Fünft- und Sechstklässlern vorgetragene Stücke, welche die Aufmerksamkeit des Publikums schon allein aufgrund ihrer Variationsbreite auf sich zog: Mayumi Marian (5a) markierte mit Hilfe ihrer Violine einen „Drachentanz“ (von Mary Cohen); Lena Doll (5b) ließ ihre Gitarre im Dreivierteltakt erklingen („Vals“ von Barolomé Calatayud), Alicia Salamon (5a) gab „Die Brecher“ (Michael Aaron) auf dem Klavier zum Besten; lässig swingend intonierten Carline Geißler und Kilian Walcher (beide 6a) „Jazz Parnass Nr. 10“ (von Manfred Schmitz) auf demselben Instrument, das auch die Siebtklässler Marian Fryba (Aram Chatschaturjan, „Andantino“ aus „Iwans Abschied“) und David Adams („Allegro“ aus Mozarts „Sonata facile KV 545“) für ihr Vorspiel ausgewählt hatten. Aber auch Violine (Sarah Quedzuweit (5d) mit dem „Allegro moderato“ aus dem „Konzert in h-Moll op. 35“ von Oskar Rieding), Viola (Regina Beyer (5c) mit „Hedwig’s Theme“ von John Williams) und Violoncello (Moritz Niekerke (5a), unterstützt von seinem Bruder Jakob (8a) am Klavier, in einer eher ungewöhnlichem Besetzung für „Skandal im Sperrbezirk“ der Spider Murphy Gang) erklangen immer wieder mit Klavierbegleitung oder in Ensembles, wie dem Gesierich-Trio, bestehend aus Magdalena (Violine)(6a) und ihren kleineren Schwestern, Maria (Violoncello) und Katharina (Klavier) mit dem „Rondo“ aus dem „Jugend-Trio op. 42/1“ von Friedrich Seitz). Ein harmonisches und darüber hinaus auch pfiffiges Zusammenspiel gelang mit dem „Rigaudon“ von Johann Joachim Quantz dem aus Alice Sorpasith, Larissa Gohl und Paula Meißen (alle 6a) bestehenden Querflötentrio. Ein Trompetenduo (Felix Elliger, Jonas Geiße, beide 5d) ließ eigens für ihre Blasinstrumente und Klavier arrangierte Melodien aus „Pirates of Caribbean“ (Klaus Badelt/Arr. Michael Sweeny) ertönen. Für einen Knalleffekt kurz vor der Pause sorgte Vincent Landenberger (5a) am Schlagzeug mit „Ich warte“. Eine instrumental unterstütze Gesangsformationen, bestehend aus Schülerinnen und Schülern der 8a (Theresia Ludidl, Amelie Bogner, Hannah Dorner, Helena Getz, Magdalena Haseneder, Maja Elliger (alle Gesang), Sandro Gretzschel (Klavier), Josefine Schmid (Gitarre),  Jakob Niekerke (Schlagzeug), beschwor dann singend die Erinnerungen eines Fotografen („Photograph“ von Ed Sheeran).

Ein Glanzlicht setzte dann nach der Pause ein Streichquartett, bestehend aus Cornelia Herbst (2. Violine)(8a) und drei Gästen (Sarah Siemers (1. Violine), Moritz Dunbar (Viola) und Henning Betke (Violoncello)), mit dem vielschichtig und klangvoll intonierten „Orientale“ und dem „Interludium in Modo Antico“ aus den „Fünf Noveletten“ von Alexander Glazunow. Einen spezifisch orientialischen Charakter wies auch das von Rebecca Rothe (6a) auf der Violine interpretierte „Israeli concertino“ von George Perlman auf. Auf Exotischeres folgte Vertrautes: das „Scherzo“ aus den vierhändigen „Melodischen Übungsstücken op. 149“ für Klavier von Anton Diabelli (Clementine (5a) und Matilda von Mandelsloh (7a)) sowie das „Allegretto grazioso“ von John Stanley für zwei Trompeten (Benedikt Pfortner (7a) mit Musiklehrer Florian Schweikl). Ausdrucksvoll, griff- und strichsicher, schlicht virtuos sorgte Ayano Lorenz (8a) auf der Violine mit dem „Moderato“ aus der „5. Caprice“ von Pierre Rode für einen weiteren Höhepunkt des Abends, dem Katharina Bortnik (10e) am Klavier mit dem staccatoartig interpretierten „Allegro con spirito“ aus der „Musica Ricercata Nr. 3“ von György Ligeti in nichts nachstand. Einen etwas anderen Charakter wies mit seiner Kaskade perlender Läufe, an die sich Johanna Ströer (Q12) am Klavier wagte, das „Allegro mosso“ aus der „Sonatina C-Dur“ von Aram Chatschaturjan auf. Akzentuiert und temperamentvoll geigend leitete dann Johanna Germeier (10e) mit der „Rhythmischen Etüde Nr. 1“ von Bohuslav Martinu die von starken südamerikanischen, italienischen und afrikanischen Rhythmen geprägte Schlusssequenz des Abends ein, in der Tobias Gläß (Q12) mit konzertantem Gitarrenspiel glänzte („Danza Brasiliera“ von Jorge Morel). Francesco Balasso und E. Schumann amüsierten, vierhändig am Klavier, das Publikum mit einer gassenhauerisch frech heruntergespielten „Tarantella“ (Valerij A. Gavrilin); die Perkussionisten Johanna Ströer (Vibraphon), Jonas Perner (als Gast am Marimbaphon) und Instrumentallehrer Christopher Fellinger (Perkussion) klöppelten und trommelten zum Abschluss Klangfiguren in den Raum („Ghanaia“ von Matthias Schmitt). Das Publikum bedankte sich mit viel Applaus für den bunten abwechslungsreichen musikalischen Abend.