Eine Gruppe von Schülerinnen und Schülern des naturwissenschaftlichen Zweigs durfte im Rahmen des MINT–Tages der 9. Jahrgangsstufe das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt in Oberpfaffenhofen besuchen.

Benjamin Schlepp, Flight Dynamics Engineer des DLR / GSOC führte das interessierte „Raumfahrt-Team CSG“ durch die Welt des beeindruckenden Kontrollzentrums der Internationalen Raumstation (ISS) und vieler Satelliten, die unsere Erde umkreisen. Die ISS gilt als größter „Außenposten der Menschheit im All“. Für Deutschland ist die Raumstation Gegenwart und Zukunft zugleich. Deutsche Wissenschaftler sind seit Beginn der wissenschaftlichen Nutzung der Raumstation im Jahr 2001 dabei. Mit der Forschung auf der ISS verfolgt das DLR drei übergeordnete Ziele: die Erforschung der Natur auf der Erde, die Eröffnung von neuen Anwendungspotentialen in der Forschung und das Schaffen einer Grundlage für zukünftige Explorationen wie Langzeitmissionen zum Mond oder Mars. Im GSOC wird live mit den Astronauten der ISS kommuniziert und auf einem großen Screen kann deren Tagesablauf und  Einsatzplan genau eingesehen werden. Jeden Tag stehen mindestens zwei Stunden Sport auf dem Programm, da die Muskeln in der Schwerelosigkeit sonst schnell abgebaut werden. Die Astronauten der durchweg besetzten Raumstation haben niemals frei – sie führen zahlreiche Experimente  durch, die in keiner wissenschaftlichen Einrichtung auf der Erde durchgeführt werden können. Auch Außenbordarbeiten  zur  Instandhaltung der ISS zählen zum Alltag der Astronauten. Grundsätzlich gilt, dass jedes Werkzeug an einem bekannten Ort hinterlegt werden muss. All das wird unter anderem hier im GSOC überwacht. Ein Mitglied der Bodencrew führt sogar darüber Buch, an welchem Platz sich alle Instrumente auf der ISS befinden. So soll  im Notfall verhindert werden, dass dann nicht erst die Suche nach dem lebensrettenden Werkzeug beginnen muss. Besonders dramatisch wäre beispielsweise ein Brand auf der ISS. In diesem Fall können einzelne Module abgeschottet und der Sauerstoff abgelassen werden. Im schlimmsten Fall kann die ISS innerhalb von 30 Minuten evakuiert und die Astronauten in einer Sojus-Kapsel wieder sicher auf die Erde geschickt werden. Die Reise dauert heutzutage übrigens nur noch vier Stunden!

Zum Abschluss durfte das CSG-Team noch das in Originalgröße nachgebaute Columbus-Modul besichtigen.  Hierbei handelt es sich um ein in Deutschland gebautes Wissenschaftslabor der ISS, dessen Kontrollzentrum in Oberpfaffenhofen liegt.

Einen Einblick in die Forschungsansätze und die Entwicklung von Robotern für Einsätze im Weltraum erhielten die Schülerinnen und Schüler im Institut für Robotik und Mechatronik. Hier werden Roboter entwickelt, die in Zukunft Untersuchungen fremder Planeten ermöglichen, aber auch Menschen im alltäglichen Leben unterstützen sollen. Bei unserer Führung in diesem Zentrum war wieder einmal für unsere Schüler und Schülerinnen erlebbar: nur durch die Zusammenarbeit von Physikern, Informatikern, Mathematikern, Designern und Bionikern können diese Fragen gelöst werden.

Wir bedanken uns bei der DLR für die Organisation dieses abwechslungsreichen und informativen Tages!

 

Bettina Vetter und Vanessa Schmitz (Fachschaft Biologie / Chemie)