Only Human – eine Ausstellung für Jugendliche und Erwachsene mit Fluchthintergrund am CSG

(11.-22.6.2018)

Am Nachmittag der Vernissage zur Ausstellung „Only Human – Leben, Lieben, Menschsein“ sammeln sich neben den Schülern des P-Seminars „Migration und Integration“ auch einige der geladenen Gäste. Hierzu gehören unter anderem die wichtigsten an der Organisation der Ausstellung Beteiligten Frau Stechow, Asylkoordinatorin der Stadt Germering, sowie Frau Lercher als Vertreterin der Caritas. Daneben sind der zweite Germeringer Bürgermeister Herr Andre, eine Journalistin des Münchner Merkur, sowie die Stadträtin für Integration und Städtepartnerschaften Frau Erschadi-Zimmermann anwesend, als der Direktor des CSG, Herr Gebhard, die Veranstaltung mit kurzen willkommen heißenden Worten eröffnet. Die Anspannung steigt. Der Raum scheint sich zu füllen, doch der Großteil der erwarteten Gäste, v.a. die Gäste mit Fluchthintergrund, bleibt aus. Schon zuvor hatte man Bedenken ihrerseits vernommen, dass sie nicht im Rampenlicht stehen wollten. Dennoch wird die Bühne gerahmt von ihren Geschichten – den bewegenden Geschichten einzelner Geflüchteter, die von Schülern des P-Seminars hierzu befragt wurden. Die ausgestellten Fragebögen werden illustriert durch Fotografien, welche die Heimatorte der Interviewten zeigen. Nach der einleitenden Rede zweier Mitglieder des Seminars, Teresa Bufler und Marie Meyer, haben die Besucher die Möglichkeit, sich mit den einzelnen Schülern über das Thema zu unterhalten und sich an dem reichhaltigen Buffet zu bedienen.

Die Vernissage leitet eine Ausstellung ein, die von der psychosozialen Aidsberatungsstelle konzipiert wurde und sich mit zwischenmenschlichen Beziehungen, kulturellen Werten, dem jeweiligen Rollenverständnis und dem menschlichen Körper beschäftigt. Die Führungen durch die interaktive Ausstellung finden, nach der Vernissage beginnend, zwei Wochen lang für angemeldete Gruppen von Geflüchteten statt und werden von Schülerinnen des Seminars geleitet. „Am Anfang waren wir und auch die Besucher eher zurückhaltend, aber mit der Zeit hat sich die Anspannung gelegt und man konnte sich ernsthaft über die Themen austauschen.“, sagt Teresa Bufler, die ebenfalls Gruppen durch die Ausstellung führte. Alle seien zunächst von der Thematik etwas eingeschüchtert gewesen, doch durch die Offenheit, mit der sowohl die nach Geschlechtern getrennten Gruppen Geflüchteter als auch die Schülerinnen die ungewohnte Situation angingen, entwickelten sich nicht nur oberflächliche, sondern auch tiefergehende und sehr interessante Gespräche. Die Unterhaltungen waren oftmals geprägt von angeregten Diskussionen, unterbrochen von Staunen auf beiden Seiten oder aber vielen humorvollen Einwürfen und gemeinsamem Lachen. So teilten die Geflüchteten interessante, oft aber auch schockierende und bewegende Schicksale mit den Schülerinnen.

Das Seminar des CSGs arbeitete in Kooperation mit Frau Stechow und Frau Lercher ungefähr ein halbes Jahr an der Realisierung der Vernissage und der Organisation der Ausstellung an der Schule.

Im Voraus widmete sich das Seminar in verschiedenen Gruppen unterschiedlichen Bereichen der Planung und Umsetzung des großen Projektes. Hierzu gehörte u.a. die Organisation der Vernissage mit der freiwilligen Befragung von Geflüchteten. Die Seminarteilnehmer besuchten die Flüchtlinge hierfür in ihrer Unterkunft in Germering, sowie in den Berufs- und Integrationsklassen und stellten ihnen selbstkonzipierte Fragebögen vor. Wer interessiert war, diese auszufüllen, konnte das anonym tun. Die Interviews verliefen häufig emotional und berührend, so nah war noch niemand im Seminar den oftmals erschütternden persönlichen Schicksalen von geflohenen Müttern, Kindern oder aber ganzen Familien gekommen.

Die professionelle Anfertigung eines Flyers, die Kontaktaufnahme mit verschiedenen Flüchtlingsunterkünften aber auch die Erkenntnis des Seminars, dass es nicht immer einfach war, bürokratische Hindernisse bzw. Erfordernisse zu überwinden, ohne an Motivation und Kraft einzubüßen, gehörten mit zum Lernerfolg der SchülerInnen und Schüler bei der Planung und Umsetzung des Projektes, Flüchtlingen die Integration in Deutschland ein wenig leichter zu machen.

Naomi Rentsch und Teresa Bufler