Podiumsdiskussion zur Kommunalwahl 2020

Die Behauptung, die Jugend interessiere sich nicht für Politik, wurde wieder einmal durch die von Schülern der Oberstufe und Frau Knau organisierte Podiumsdiskussion am Carl Spitzweg Gymnasium widerlegt. Gerade jetzt, da bald die Kommunalwahlen anstehen und viele Schülerinnen und Schüler nun wahlberechtigt sind, stellte die Podiumsdiskussion eine passende Orientierung und eine Anregung für jeden Einzelnen dar, sich seiner individuellen Entscheidung und der Bedeutung der eigenen Stimme noch einmal bewusst zu werden. Die Diskussion wurde von Stephan Buchberger (Q11), Romy Schidel (Q11) und Davis Siegel (Q12) moderiert und begleitet. Anwesend waren dabei Andreas Haas (CSU), amtierender Oberbürgermeister Germerings, sein Herausforderer Johannes Landendinger (SPD), Stadträtin Sophie Schuhmacher (die Grünen), die Spitzenkandidatin der ÖDP Tanja Pfisterer und Franz Hermansdorfer (FWG).

Mithilfe einer jeweils roten und grünen Karte konnte jeder Schüler seine Zustimmung oder auch seine Ablehnung gegenüber den Aussagen der Politiker ausdrücken. Nach einer herzlichen Begrüßung durch unsere Schulleiterin Frau Rita Bovenz und einer kurzen Vorstellungsrunde der Kandidaten durch ihre Paten Emily Annau (Q12), Marc Nowacki (Q11) und Jacqueline Michallik (Q11), eröffnete Stephan Buchberger die Podiumsdiskussion. Er leitete vor dem aktuellen Hintergrund des Attentats auf den Kassler Regierungspräsidenten Walter Lübcke auf die Fragestellung über, inwiefern Rechtsradikalismus in Germering eine Gefahr darstelle und besonders Flüchtlinge in Germering noch intensiver und wirkungsvoller integriert werden könnten. Durch die Stellungnahme jeder Partei wurde schnell klar, dass dieses Ziel Parteigrenzen überschreitet und ein allgemeines Anliegen ist.

Auch die allgemeine Stadtplanung Germerings wurde beleuchtet, um noch einmal die seit 30 Jahren im Raum stehende Frage aufzugreifen, inwiefern das Kreuzlinger Feld in Germering bebaut werden solle. In diesem Zusammenhang wurde hier von den Politikern der Gedanke, inwiefern es unsere Verantwortung sei, für die nachfolgenden Generationen zu sorgen, verschieden ausgelegt. Auch wurde von den unterschiedlichen Parteien das Dilemma zwischen der Gefahr der nahezu vollständigen Flächenversiegelung einerseits und andererseits dem neu entstehenden und bezahlbaren Wohnraum aufgezeigt. Ebenso wurden die häufigen Staus in Germering thematisiert und auch unter der Berücksichtigung des Klimawandels betrachtet. Dabei war es besonders dem Oberbürgermeister ein persönliches Anliegen, dass Schüler und Schülerinnen sich eigenständig über die Stadtpläne, welche alle genaustens protokolliert und für jeden verfügbar sind, informieren. Daraus entstand die Bitte der Kandidaten, besonders dem Jugendrat Germerings mehr Aufmerksamkeit und Interesse zu widmen. Es liege nun an uns, für unsere persönlichen Empfinden und Meinungen einzustehen und so in der Politik Germerings für frischen Wind zu sorgen.

Dass den Jugendlichen dieser „frische Wind“ besonders am Wochenende durch das geringe Angebot an Lokalitäten für Feiern und Partys in Germering leider fehle, brachte Davis Siegel durch seine Frage zum Ausdruck, inwieweit zukünftig ein breiteres Spektrum an Angebot für Jugendliche geplant sei. Das Bestehen und mögliche Verbessern der „Cordobar“ in Germering wurde besonders von Sophie Schuhmacher betont. Auch hier liege es nun an den Jugendlichen, mit Verbesserungsvorschlägen für einen möglichen Wandel zu sorgen. Aus der Sicht des Oberbürgermeisters stehe dem nichts im Wege und er sicherte seine Unterstützung zu. Nach einer ausdrucksstarken Schnellfragerunde, moderiert von Kyra Hosbach (Q11), und das daraus resultierende Abdecken zahlreicher unterschiedlicher Themen, wie z.B. der Idee einer Seilbahn von Germering nach Pasing oder der Frage nach einer Bereitschaft zur Zusammenarbeit der CSU mit der AfD, neigte sich die Podiumsdiskussion bereits dem Ende zu.

Genau eine solche Veranstaltung wie die Podiumsdiskussion zeigt uns Schülerinnen und Schülern und zukünftigen Wählern, dass unsere Meinungen und Anliegen ernst genommen werden und sämtliche Fragen beantwortet und berücksichtigt werden können. Aufgrund der lockeren und angenehmen Atmosphäre und dem Aufgreifen aller Fragen der Anwesenden, gestaltete sich die Podiumsdiskussion sowie das nachfolgende persönliche Gespräch mit den Politikern als ein kurzweiliges und spannendes Event, welches hoffentlich für die nachfolgenden Schüler und Schülerinnen wiederholt wird.

Wir danken besonders Andreas Haas, Johannes Landendinger, Sophie Schuhmacher, Tanja Pfisterer und Franz Hermansdorfer und natürlich Frau Knau für das besondere Engagement und eine gelungene Veranstaltung!

Magdalena
Huber (Q12)

Charlotte
Gruber (Q12)