Der Digitaltrainer und Medienpädagoge Daniel Wolff hielt am 24. Oktober im Rahmen einer vom Elternbeirat des CSG initiierten Vortragsreihe zur schulischen Lern- und (digitalen) Lebenswelt vor ca. 160 interessierten Zuhörern einen Vortrag zu dem Thema „Smartphone – Überlebenstipps für Eltern“. Es ging dabei zunächst um die Attraktivität des Smartphones, die sicher mit den vielfältigen Nutzungsmöglichkeiten des Gerätes zusammenhängt: Man kann damit spielen, chatten, posten etc. Diese Faszination brächte aber auch Risiken und physische sowie psychische Gefahren mit sich: Sie reichten von Haltungsproblemen und Schlafmangel über die Suchtgefahr bis hin zu empfindlichen Verletzungen der Privatsphäre, Mobbing, der vereinfachten Annäherung von Pädophilen und der leichten Erreichbarkeit jugendgefährdender Inhalte (Pornografie, Kettenbriefe).

Da die Nutzung von Smartphones aber auch zahlreiche Vorteile böte, die auf der Hand lägen, sei es sinnvoll, reflektiert und kompetent mit dem Medium umzugehen. Erste Schritte in diese Richtung bestünden darin, sich bestimmte Fragen zu stellen und zu beantworten, wie: Ist mein Medienkonsum vernünftig? Beurteile ich Medieninhalte mir der nötigen Distanz? Beteilige ich mich fair an der Kommunikation in sozialen Medien? Liefere ich hochwertige Beiträge?  Angesichts von Errungenschaften wie Spracherkennungs- und Gesichtserkennungsprogrammen, dem verstärkten Einsatz von Robotern oder selbstfahrenden Autos, der Beschleunigung durch 5G sollten Eltern die Diskussion, wenn nötig auch die Auseinandersetzung, mit ihren Kindern suchen. Schon jetzt könnten Eltern Einiges tun, um erzieherisch auf den Umgang Ihrer Sprösslinge mit dem Internet und seinen Errungenschaften einzuwirken: Sie könnten sich mit unvoreingenommenem Interesse Apps und Spiele zeigen lassen und eine Sicherheitssoftware (5-7. Klasse) installieren. Herr Wolff empfiehlt außerdem den von der Schule erarbeiteten Mediennutzungsvertrag mit den Kindern abzuschließen, oder feste Regeln zu vereinbaren, die auch begrenzte Nutzungszeiten und Digitalpausen beträfen. Als besonders wirksam habe sich erwiesen, wenn sich auch die Eltern an die gemeinsam vereinbarten Regeln hielten, also beispielsweise das Handy weder beim gemeinsamen Essen noch als Wecker nutzen oder eine gemeinsame Ladestation im Wohnbereich, in die jedes Familienmitglied am Abend sein Handy zum Aufladen deponiert. Nicht zuletzt könnten die Eltern alternative Beschäftigungsmöglichkeiten, wie gemeinsame Freizeitaktivitäten, Hobbies und Sport fördern. Informieren könnten sich Eltern unter folgenden Internetadressen:  www. klicksafe. de;  www. medien-sicher.de; ww.handysektor.de; www. digital-training.de.

Am Ende seines ausführlichen Vortrags bedankte sich Herr Wolff für die gute Atmosphäre und die aufgeschlossenen Eltern und auch die Vertreterin des Elternbeirat sprach Herrn Wolff Ihren Dank für den anregenden Vortrag vor den zahlreich erschienenen Eltern aus.

Der Motivationsexperte und frühere Hochleistungssportler Steffen Kirchner sprach am 4. November in der vollbesetzten Aula des CSG nicht nur zu dem Thema „Unmotivierte Kinder gibt es nicht“, überdies motivierte er das Publikum mit Hilfe kleiner praktischer Übungen, selbst aktiv zu werden. Der Referent möchte Erfahrungen aus dem Bereich des Hochleistungs-  und Profisports für alle Formen der Talentförderung und –entwicklung nutzbar machen. Ausgehend von leicht nachvollziehbaren Alltagssituationen erläuterte er seine Ideen rund um die Fragen: Was motiviert Menschen dazu, Lust zu haben, sich für ein Ergebnis zu engagieren? Was hindert sie daran? So befasste er sich im ersten Teil seines Vortrags mit den Motivationskillern Faulheit („Rolltreppenmentalität“), Feigheit/Angst/Selbstzweifeln/Unsicherheit und Erschöpfung und wie man mit ihnen umgehen kann, so dass ein Rahmen geschaffen wird, der es Menschen/Schülern ermöglicht, ihre Potenziale freizusetzen. So solle man etwa die Bequemlichkeit von Schülern nicht dadurch noch fördern, dass man es ihnen durch dauerndes Erinnern abnehme, an ihre Pflichten, wie Hausaufgaben, selbst zu denken. Obendrein sei es wichtig, sich bewusst zu machen, dass Kinder eher erlebnis- als ergebnisorientiert seien, sie also Fernziele weniger motivierten, als Visionen und Lebensträume, die schon in der Gegenwart eine „emotionale Ladung“ aufwiesen. Disziplin brauche einen unmittelbar fassbaren Grund. – Gegen Ängste und Zweifel hülfe die Fokussierung auf erreichbare Teilziele, denn der Aufmerksamkeit folge die Energie. Ziele entsprächen häufig bestimmten, bei jedem Menschen in unterschiedlicher Ausprägung vorhandenen emotionalen Grundbedürfnissen: Sicherheit, Abwechslung, Wachstum/Erfolg, Bedeutsamkeit, Verbunden/Liebe/Zugehörigkeit, Mitwirkung/das Bedürfnis einen Beitrag zu etwas zu leisten, was über mich hinausgehe. Vorausgesetzt, man wisse, welche der sechs Grundbedürfnisse für eine Person besonders wichtig seien, könne man sie drücken wie Knöpfe, um Verhalten positiv zu beeinflussen. Dabei gebe es drei Beeinflussungsebenen: die auditive (über Worte), die visuelle (über Vorbilder) und die taktile („Es gibt nichts Gutes, außer man tut es“).

Abschließend ging Kirchner noch auf das berührende Beispiel eines Vater-Sohn-Teams ein: Dem Vater eines schwer behindert geborenen Sohns ist es nicht nur gelungen, den Sohn weit über die Prognosen hinaus am Leben zu erhalten, sondern ihn so zu fördern, dass sich scheinbar brachliegende Gehirnareale entwickelten und der Junge zusammen mit seinem Vater sogar Sportwettkämpfe bestreiten und einen Universitätsabschluss erreichen konnte.

Steffen Kirchner wurde von einem durch den abwechslungsreichen Vortrag erheiterten und wohl auch zur Förderung der eigenen mentalen Potenziale und der ihrer Sprösslinge ermutigten Publikum mit begeistertem Applaus entlassen