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Ein Tag in der Welt der Forschung

Unser PuLSt 12 Kurs Biologie (erhöhtes Anforderungsniveau) hatte am 18.12.2025 die Gelegenheit, das Max-Planck-Institut in Martinsried zu besuchen und dort einen Einblick in die Welt der Forschung zu gewinnen. Betreut wurden wir den ganzen Tag über von der Leiterin des Schülerlabors, Frau Peters, sowie von zwei Auszubildenden, die uns bei der molekularbiologischen Arbeit unterstützten. Zunächst war es sehr beeindruckend zu sehen, wie viel Aufwand hinter wissenschaftlicher Arbeit steckt. In der Schule wirkt die Theorie oft simpel, doch in der Praxis arbeitet man mit winzigen Mengen im Mikroliter-Bereich. Das erfordert eine extrem ruhige Hand und ein präzises Fingerspitzengefühl beim Pipettieren, was weitaus anstrengender ist, als man es sich zuvor vorgestellt hatte.

Der Kern unseres Praktikums war die Frage: „Was verrät die DNA und wie groß ist der kleine Unterschied wirklich“? Dabei ging es um Themen der Genetik und der evolutionären Ökologie. Wir haben gelernt, dass viele Grundprinzipien der DNA bei fast allen Lebewesen gleich sind und sich deshalb oft auf uns Menschen übertragen lassen. Daher ist das Forschen an anderen Lebewesen von großer Bedeutung. Um dies praktisch zu untersuchen, durften wir ein sehr zeitintensives Verfahren durchführen, das sich PCR nennt. Dabei geht es darum, die DNA zu replizieren und zu vervielfältigen, um sie anschließend für weitere Zwecke verwenden zu können. Wir haben das am Beispiel der Geschlechtsbestimmung bei Vögeln angewendet, da es Vogelarten gibt, bei denen sich Männchen und Weibchen allein durch das Aussehen nicht klar unterscheiden lassen. Hierbei muss man auf genetische Unterschiede zurückgreifen.

Ein weiteres Erlebnis war die Isolation unserer eigenen DNA, was für uns alle eine tolle und individuelle Erfahrung war. Besonders erstaunlich war das größtenteils eigenständige Arbeiten nach einer präzisen Einführung und Belehrung. Dabei haben wir gelernt, dass man in der Forschung viel Geduld und eine hohe persönliche Fehlertoleranz braucht. Nicht jeder Versuch liefert ein perfektes Ergebnis und man muss lernen mit Unklarheiten oder Verlusten umzugehen. Auch bei uns hat nicht alles auf Anhieb geklappt, was uns aber gezeigt hat, dass der wissenschaftliche Erkenntnisweg ein langwieriger Prozess ist. Zum Abschluss haben wir noch viel über verschiedene Berufsmöglichkeiten am Institut erfahren, wie zum Beispiel die Ausbildung zum Chemie- beziehungsweise Biologie-Laboranten oder das Studium an der Universität.

Es war insgesamt ein schönes und auch lustiges Erlebnis mit dem gesamten Kurs, welches uns sicher noch lange im Gedächtnis bleiben wird. Fast fünf Stunden hat das gesamte Verfahren in Anspruch genommen, was uns ein vollkommen neues Gespür für die Arbeit mit diesen winzigen Mengen gegeben hat und uns auch einen guten Einblick in die Forschung allgemein gegeben hat. Dieses Praktikum hat uns definitiv dabei geholfen, die Theorie zu vertiefen und die Biologie auf eine Weise zu begreifen, wie es im normalen Unterricht kaum möglich wäre.

Vielen Dank an dieser Stelle an Frau Peters vom MPI und an Herrn Seidl, der diese Exkursion mit uns durchgeführt hat.

Lea Sieg & Viola Schwarz