CARL-SPITZWEG-GYMNASIUM
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100 Minuten Musik aus 400 Jahren   

100 Minuten Musik aus 400 Jahren bekamen das Publikum in dem bis auf den letzten Platz besetzten Musiksaal des Carl-Spitzweg-Gymnasiums beim alljährlichen Kammermusikabend geboten. Das Ausharren lohnte sich wegen des abwechslungsreichen Programms und des Engagements der musizierenden Ensembles, die beinahe 30 kleine, aber feine Werke verschiedenster musikalischer Stilrichtungen in erstaunlicher Qualität zur Aufführung brachten. Zum Auftakt ließen die jüngsten Musikerinnen und Musiker frischen Wind durch den Musiksaal wehen, so Annika Quell am Klavier mit „Witches in the wind“, gefolgt von Veronika Dodell und Amelie Bogner, die sich mit ihren Violinen an eine Courante des Bachzeitgenossen Joseph Bodin de Boismortier wagten, abgelöst von den wacker rockenden Klassenkameraden, Trompeter Lennart Brückner und Mika Hupach am Schlagzeug, unterstützt von Ludwig Hartmann am Klavier. Auch Louis Eitner an der E-Gitarre und Maximilian Magg am Schlagzeug hatten sichtlich Spaß am Rhythmus von Lenny Kravitz‘ „Always on the run“. An den von Johanna Ströer am Klavier veredelten Disco-Beat „Spine-chiller“ wagte sich David Adams mit seiner Viertelgeige. Weitere Duos nahmen sich eher Klassiker vor, genauso wie Katharina Bortnik solo am Klavier Sergei Rachmaninow (Prelude cis-Moll op.3. Nr.2): Anjuli Hossner und Johanna Glück ein Divertimento für zwei Violoncelli von Joseph Haydn; Lorenz Luidl brachte zwei Sätze aus der Sonate in e-Moll von Vivaldi  mit Fingerspitzengefühl zu Gehör, Paula Bodewadt eine schön und ruhig gespielte Romanze von Natalja Baklanowa,  Carina Leithe (Klarinette) intonierte leicht und flüssig zwei Sätze aus der Sonata Nr. 2 von Jean Xavier Lefevre,  alle begleitet am Klavier durch eine ihrer Lehrerinnen oder einen Musiklehrer. Dominik Gläß  und Ludwig Hartmann  (beide Oboe) spielten ein „Menuett für zwei Oboen“ von Händel. Sina Pletsch als Gast (Violine) und Julia Schirmacher (Klavier) interpretierten das „Allegro pesante“ aus „Les Montagues et Capulets“ aus „Romeo und Julia“ von Prokofieff je nach Passage temperamentvoll und zart zugleich. Einen flotten und fröhlichen Akzent setzten zur Freude des Publikums Imke Schirmacher (Altblockflöte) und Milena Schex (Querflöte) mit „Hoe-Down“ von Brian Bonsor. - Den Reigen der zahlreichen „Familienensembles“, die an diesem Abend auftraten, eröffneten Ayano (Violine) und ihr Vater Michael Lorenz (Klavier) mit einer schön gespielten Mazurka des Polen Henryk Wieniawski. „Adagio“ und „Allegro“ aus der zwölften Sonate für zwei Querflöten von Jean Baptist Loeillet de Gant spielte Felicia Kontur zusammen mit ihrer Mutter. Die Geschwister Miyuki Marian und Mayumi Marian harmonierten an ihren Geigen mit „Mustard  and Cress“ (Sheila M.  Nelson), so wie Cornelia Herbst (Violine) mit ihrem Bruder Franz Herbst (Klavier) bei der Darbietung von „The Entertainer“ und Veronika Zormaier mit ihrem Bruder Felix, der ihr gefühlvolles Klarinettenspiel (aus „Jenseits der Stille“) am Klavier untermalte; Julia und Dominick Mündges ließen gar ihre Stimmen im Duett erklingen („9 crimes“ von Damien Rice); ausdrucksstark und mit großer Ruhe interpretierte Stephan Buchberger  (Violine) den langsamen Walzer „Chiquillin de Bachin“ von Astor Piazzolla, unterstützt von seiner Schwester Helen am Klavier. Dass offenbar nicht nur Talente in der Familie zum Musizieren anregen, sondern auch in der Schulklasse, war z. B. an einer Combo aus sieben Schülerinnen und Schülern der 6a (Katharina Fürst, Sophia Jurina, Theresia Luidl (alle Gesang), Josefine Schmid (Gitarre), Jakob Niekerke (Schlagzeug), Sandro Gretschl (Klavier) Magdalena Haseneder (Bongos)) abzulesen,  die vielstimmig und mit Blumen im Haar „Geiles Leben“ von Glasperlenspiel zum Besten gaben. Auch das Klezmerstück „Massel Tov“ wurde von drei Schülerinnen aus dieser Klasse zu Gehör gebracht, mit Hilfe von zwei Klarinettistinnen (Magdalena  Haseneder, Maja Elliger) und einer Pianistin (Theresia Luidl).  Aber auch Schülerinnen und Schüler des diesjährigen Abiturjahrgangs hatten offenbar trotz der näher rückenden Prüfungen noch Zeit zum gemeinsamen Einstudieren und Musizieren gefunden: Anja Fuchs und Ida Spiegel wagten sich mit ihren Violinen an das „Allegro“ aus der ersten Sonate für zwei Geigen ohne Bass von Jean-Marie Leclair.  Marius Lambacher beeindruckte mit zweien der „Fünf Stücke für Oboe solo“  („Berceuse“ und „La cigale et la fourmie“) des zeitgenössischen ungarischen Komponisten Antal Dorati. Er intonierte das musikalische Pendant der von seiner Klassenkameradin Christina Stock rezitierten Fabel „Die Grille und die Ameise“ so rhetorisch eindringlich, dass den Zuhörern beim Nachsinnen darüber, was besser sei, Vorräte für den Winter zu sammeln, wie die Ameise, oder zu tanzen und zu singen, wie die Grille, die Parteinahme für das musikalischere Tier nicht schwer fiel. Den epischen Charakter der Ballade in As-Dur op. 47 Nr. 3 von Frederic Chopin, betonte der Pianist Simon Degenhart mit seiner beiläufig brillanten atemberaubend spannenden  Interpretation  am Flügel, nachdem bereits Moritz Wolff die perlenden Läufe der Etüde C-Dur op 10/1 zum Besten gegeben und Paulina Karuga -  ein weiteres Highlight des Abends - mit dem ersten Satz der Solosonate g-Moll (BWV 1001) für Violine mit verhaltener Dynamik und schönfarbiger Intonation geglänzt hatte. Lang anhaltender Applaus schloss den gelungenen in familiärer Atmosphäre verlaufenen Musizierabend ab.





Fotos: Kilian Vitt und Marinella Moosmüller



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